Newsletter #2/2019


Infos von MORUS 14 aus dem Rollbergviertel

Das erste viertel Jahr mit neuem Team und ohne Gemeinschaftshaus liegt nun hinter uns. Nicht nur die vielen Anfragen nach Vermietung des Hauses zeigen uns, dass der „Dorfplatz“ des Rollbergkiezes vielen Menschen fehlt. Gleichzeitig sehen wir, wie das Netzwerk Schülerhilfe und unsere Projekte wachsen und nach wie vor so nachgefragt sind, dass wir kaum nachkommen.

Die Veränderungen bei MORUS 14 werden uns sicherlich noch eine Weile beschäftigen, aber wir hoffen, dass wir am Ende zeigen können, dass unsere Fokussierung auf die Bildungsprojekte und damit die gesellschaftliche Integration der jungen Menschen im Kiez Früchte tragen wird. Das ist ohne Frage ein alltäglicher mühsamer Prozess, in dem die Anstrengung aller Beteiligten gefragt ist – der Kinder und Jugendlichen selbst, ihrer Familien, der Mentorinnen und Mentoren, der Schulen, der zuständigen Politiker und Behörden und natürlich unsere eigene. Wir glauben aber fest daran, dass die richtige Mischung aus Fordern, aber auch persönliche Zuwendung und Anerkennung des bereits Geleisteten der richtige Motor ist, um nachhaltig Spuren im Leben unserer „Schützlinge“ zu hinterlassen!

Aus dem Verein

Neuer alter Vorstand PLUS

Am 27. März fand die jährliche ordentliche Mitgliederversammlung von MORUS 14 statt, dieses Mal im äußerst gemütlichen SariSari im benachbarten Schillerkiez. Neben der Vorstellung des neuen Teams und der Entwicklungen in unseren laufenden Projekten ging es zunächst um die Finanzen des Vereins. Fazit: Die Prognose für 2019 ist sehr positiv, spätestens 2020 müssen wir jedoch wieder zusätzliche Spenden und Finanzierungsquellen akquirieren, vor allem für „Shalom Rollberg“. Ideen und Anregungen sind daher herzlich willkommen! Und schließlich wurde der neue Vorstand gewählt – der vorerst der alte ist. Marianne Johannsen und Lars Leschke haben den Wunsch geäußert, sich im nächsten halben Jahr aus der Vorstandsarbeit zurückzuziehen. Dafür wurde Nikolas Göllner, Rechtsanwalt und seit etwa zwei Jahren ehrenamtlicher Mentor im Netzwerk Schülerhilfe Rollberg, von den Mitgliedern zum Beisitzer gewählt.

Frühjahrsempfang im Gemeindesaal von St. Clara

Unser jährlicher Neujahrsempfang wurde dieses Jahr in den März verlegt und daher einfach in einen Frühjahrsempfang umgewandelt. Dabei wurden unser langjähriger Geschäftsführer, Gilles Duhem, der Leiter des Gemeinschaftshauses, Frank Bourgett, sowie Janet Bornkessel, die fünf Jahre lang das Netzwerk Schülerhilfe koordiniert hat, verabschiedet. Einen ausführlicheren Bericht über unseren Frühjahrsempfang finden Sie auf unserer Website.

Das Foto des Abends hat übrigens der Neuköllner Bezirksbürgermeister, Martin Hikel, gepostet …

Aktuelles aus den MORUS 14-Projekten

Netzwerk Schülerhilfe Rollberg

Das Netzwerk wächst weiter. Seit Anfang des Jahres sind eine Reihe neuer Mentorinnen und Mentoren hinzugekommen, jedoch gibt es nach wie vor eine lange Warteliste von Schülern. Daher sind weitere Ehrenamtler nach wie vor herzlich willkommen!

In unseren Gesprächen mit den Schülerhelfern stellen wir immer wieder fest, dass bei vielen Kindern ähnliche Probleme auftreten: Häufig genannt werden ein fehlendes Zahlenverständnis selbst in höheren Klassen und Konzentrationsprobleme. Wir wollen unsere Ehrenamtlichen in Zukunft verstärkt unterstützen, um solchen Problemen besser begegnen zu können. Start war eine Einführung in die Verwendung der „Mathekiste“, mit der spielerisch die mathematischen Grundlagen erarbeitet werden können, durch Marianne Johannsen. Weitere Workshops sollen folgen.

Der „Wissensdurstige Donnerstag“ (jeden ersten Donnerstag im Monat) ist wie immer eine gute Gelegenheit, um sich auszutauschen. Anfang März wurde der kurzerhand mit einer musikalischen Lesung verbunden, bei der unser FSJler Hakam Wahbi an der Trommel mitwirkte.

Fit und schlau – von Anfang an

Auch für unsere inzwischen Drittklässler beginnt nach den Osterferien der Endspurt bis zum Schuljahresende. Bis dahin wird es eine weitere Befragung aller Projektbeteiligten durch „Value for Good“ geben, deren Ergebnisse voraussichtlich zu Beginn des neuen Schuljahres präsentiert werden.

Mit Beginn des neuen Schuljahres wird dann turnusgemäß eine neue Lehrerin oder ein neuer Lehrer die Klasse übernehmen – wir hoffen, bis zum Ende der Grundschulzeit und damit des Projekts.

Shalom Rollberg

Das Interesse an diesem Projekt ist groß, nicht nur durch die Medien (s.u.), sondern auch seitens vieler jüdischer Alt- und Neu-Berliner, die sich ehrenamtlich als Mentoren für Kinder und Jugendliche aus dem Rollbergkiez engagieren wollen. Wir suchen dennoch immer wieder Ehrenamtler, die vor allem gute Deutschkenntnisse mitbringen sollten.

Aktuell sind wir zudem auf der Suche nach einer neuen Kunstlehrerin bzw. einem neuen Kunstlehrer.

Seit Februar gibt es eine zweite Englisch-Gruppe für Fortgeschrittene, die ebenfalls gut angenommen und besucht wird. Aktuell fragen wir das Interesse der Kinder und Jugendlichen an einem DJ-Kurs ab und hoffen, demnächst eine Fußballmannschaft mit einem jüdischen Trainer zu gründen.

Im Rahmen von PRiiL (Projekt der Regenbogenschule zum interreligiösen- und interkulturellen Lernen) können die Schüler der 4. Klassen unseren Projektleiter Yonatan Weizman jede Woche Fragen rund ums Judentum stellen. Anfang März besuchte er gemeinsam mit einer weiteren Klasse die Synagoge am Fraenkelufer.

Und auch der Besuch des jüdischen Puppentheaters Bubales an der Regenbogen-Schule Anfang März war wieder ein voller Erfolg.

Der frühe Vogel

Letzte Woche Donnerstag wurde es ernst: Die Prüfungen zur Berufsbildungsreife (BBR) und dem Mittleren Schulabschluss (MSA) haben begonnen! Die Ergebnisse der ersten Simulationsprüfungen für die TeilnehmerInnen unserer Samstagkurse der „Frühen Vögel“ zuvor ließen – nun ja – Luft nach oben ... Was die Auswertungsgespräche und „Kopf-wasch-Termine“ mit den Schülerinnen und Schülern und deren Eltern im Anschluss gebracht haben, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Wir drücken allen Neunt- und Zehnklässlern für die Prüfungen die Daumen! An dieser Stelle einen großen Dank an Nafiye, Mohamed, Anna, Derya, Eda, Ioana und Sergen, die als angehende Lehrer jeden Samstag alles geben, um die Schüler auf ihre Schulabschlüsse vorzubereiten!

MORUS 14 in den Medien

„Shalom Rollberg: wie interreligiöses Zusammenleben funktionieren kann“

Unter diesem Titel gab es einen weiteren Radiobeitrag über unser Projekt, dieses Mal auf Inforadio vom RBB. Sollte die Bekämpfung von antisemitischen Stereotypen tatsächlich so einfach sein? Wir finden: ja!

Mitmacher gesucht

Unser Mitglied Beate Wutke sucht MitstreiterInnen für ihre – wie wir finden: großartige – Idee. Sie schreibt:

Lust mitzumachen?

(eine traurige Leerstelle zu füllen?)

Durch die neue Schülerdemo-Bewegung stellt sich mir eine alte Frage wieder erneut: Wie können wir über die schulische Bildung hinaus Schüler/innen dabei unterstützen, ihre Umwelt offen, aufmerksam, realistisch und kritikfähig wahrzunehmen? Erst das befähigt sie dazu, ein aktiver Teil der Gesellschaft zu werden, Selbstbewusstsein zu entwickeln und Zukunft mitzugestalten und mitzubestimmen.

Schon für die mittleren Klassen der Grundschulen gibt es viele Materialien und mediale Mittel wie Hörstücke, Filme, Comics, Spiele etc., mit denen sich spannende Einheiten zur Wahrnehmung unserer Kultur und Gesellschaft entwickeln lassen. Grundlage sind jedoch die eigenen Erfahrungen und Lebenswelten der Kinder selbst, als Einzelne oder in der Gruppe, die eingebracht, reflektiert und verarbeitet werden.

Letztlich geht es um Fragen der Demokratie, wie: Was ist „wir“? Wer gehört dazu? Was erlebe ich tatsächlich? Wie sollte es sein? Was kann ich selbst beitragen?

Für die Konzeption einer solchen Arbeit braucht es interessierte und engagierte Menschen, die inhaltlich, organisatorisch und Pfad-finderisch kreativ werden wollen.

Wer ist dabei?

Interessierte melden sich bitte bei Susanne im Büro. Ort, Zeit und Häufigkeit unserer Treffen legen wir dann gemeinsam fest.

Termine

21. April 2019, ab 11:00 Uhr: Ostereier-Suche im Rollberg-Kiez

Am kommenden Sonntag veranstalten wir, wie jedes Jahr, unsere Ostereier-Suche im Garten des Kinderclubs von AKI e.V. Ab 11:00 Uhr dürfen die jüngeren Kinder auf die Jagd gehen, ab 12:00 Uhr dann die Kinder ab 6 Jahren. Wir suchen im Übrigen auch: eine Unterstützung für unsere Oster-Muezzina an dem Tag. Bitte gern bei uns melden!

23. April 2019, 15:00-18:00 Uhr: Interkulturelles Kinderfest von Kiezanker e.V.

MORUS 14 wird auf dem Kinderfest mit einem Stand vertreten sein, dieses Jahr voraussichtlich nicht mit den traditionellen Crêpes, sondern mit anderen Leckereien, die hoffentlich für die Kinder (und vielleicht auch einige der Erwachsenen) nicht weniger attraktiv sind.

27. April 2019: Überreichung Spende von Berliner Odd Fellow-Logen

Auf einem Empfang anlässlich des 200-jährigen Jubiläums des Odd Fellow-Ordens bekommt MORUS 14 einen Scheck mit einer großzügigen Spende von mehreren Berliner Odd Fellow-Logen überreicht. Ermöglicht wurde dies durch Vermittlung der Stiftung Berliner Sparkasse.

1. Mai 2019

MORUS 14 beteiligt sich am Event „Fußball statt Steine“ in der Lessinghöhe. Unser FSJler Hakam Wahbi bietet einen Trommel-Workshop an, wir haben Leckereien dabei und stellen uns und unsere Arbeit vor. Mitstreiter sind herzlich willkommen!

Nach einer längeren Pause ist es dieses Mal ein längerer Newsletter geworden. Der nächste lässt sicherlich nicht so lange auf sich warten, bringt aber hoffentlich genauso viel Neuigkeiten. Ab der kommenden Ausgabe wollen wir Ihnen auch wieder einige Menschen bei MORUS 14 vorstellen, die den Verein ausmachen.

In diesem Sinne herzliche Grüße, Ihnen allen frohe Ostern und bis bald

Susanne Weiß

Geschäftsführerin MORUS 14


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