Shalom Rollberg – Freundschaft & Respekt im Kiez

Antisemitische Vorurteile

Antisemitismus hat in Deutschland spürbar zugenommen. Die Zahl der gemeldeten antisemitischen Übergriffe, nicht zuletzt in Neukölln, ist gestiegen. Daher wird der Bezirk als für Juden besonders gefährlich wahrgenommen. Gleichzeitig leben viele junge Israelis in Neukölln. Die meisten Kinder und Jugendliche im Rollbergviertel sind in ihrem Leben allerdings noch nie wissentlich einem Juden begegnet. Sie wissen erschreckend wenig über die eigene Religion und erst recht über das Judentum, operieren jedoch durchaus mit antisemitischen Stereotypen. Durch alltägliche Begegnungen und gemeinsame Aktivitäten von Juden und mehrheitlich muslimischen Kindern und Jugendlichen sollen Vorurteile abgebaut werden und tragfähige Beziehungen über Religionen und Kulturen hinweg entstehen.

Das Rollbergviertel

Zwischen Hermannstraße und Sonnenallee gelegen, befindet sich das Rollbergviertel im Norden des Berliner Bezirks Neukölln und gilt als besonderer sozialer Brennpunkt: 45% der Bevölkerung (davon 67,2% der Kinder unter 15 Jahren) sind abhängig von Transferleistungen. Das Bildungsniveau ist äußerst niedrig und die Schulabbrecherquote liegt mit ca. 20% weit über dem Berliner Durchschnitt (9,7%), und selbst über dem von Neukölln (16,9%). Von den ca. 5.700 Bewohnern sind etwa zwei Drittel Deutsche mit Migrationshintergrund oder Ausländer, viele mit türkischen oder arabischen Wurzeln.

Was wir gegen Antisemitismus tun

Jüdische Alt- und NeuberlinerInnen, darunter viele aus Israel, engagieren sich im Rahmen von Shalom Rollberg als ehrenamtliche MentorInnen. Jede Woche verbringen sie mindestens 1,5 Stunden mit ihren meist arabischstämmigen Schützlingen, helfen ihnen bei den Hausaufgaben oder unternehmen etwas gemeinsam mit ihnen. Sie sind jedoch nicht nur NachhilfelehrerInnen und MentorInnen, sondern vor allem Vorbilder für sie. Darüber hinaus bieten jüdische Gruppenleiter beispielsweise Englisch-, Kunst- oder Kung Fu-Kurse für die Kinder und Jugendlichen aus dem Rollbergviertel an. Und schließlich ist Shalom Rollberg Partner von PRiiL (Projekt der Regenbogenschule für interreligiöses und interkulturelles Lernen), in dem unser Projektleiter den vierten Klassen der örtlichen Grundschule jeden Montag von jüdischen Traditionen, Festen etc. erzählt und am Ende gemeinsam mit den Kindern eine Synagoge besucht.

Was bisher erreicht wurde

Jede Woche trifft sich O. aus Israel mit seinem arabischstämmigen Schützling mit dem über die Grenzen Berlins hinaus berüchtigten Familiennamen. Innerhalb kürzester Zeit sind sie gute Freunde geworden und freuen sich jedes Mal aufs Neue auf ihr Treffen. Schnitt. Aufmerksam hören die mehrheitlich muslimischen Kinder der vierten Klasse der Regenbogen-Schule zu, was die Handpuppe Shlomit Bubales ihnen in der Synagoge am Fraenkelufer erzählt. Schnitt. „Hallo, Herr Weizman“, rufen die beiden Mädchen, deren Eltern aus dem Libanon eingewandert sind und die jeden Mittwoch im Englischkurs sitzen, ihm kichernd auf der Straße zu. „Der ist aus Israel“, lassen sie ihre Freundinnen wissen, „aber trotzdem okay“.
Nur einige der alltäglichen Begebenheiten im Rahmen unseres Projekts, die zeigen, wie selbstverständlich die Begegnung mit Juden für viele Bewohner des Rollbergviertels geworden ist. Unsere tägliche Arbeit spiegelt den Ansatz von MORUS 14, „gelebte Vielfalt“, wider. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen für das Projekt und den Träger unterstreichen, dass dieser Ansatz funktioniert. Mit dem Projekt erreichen wir 150 Kinder im Jahr. Im Moment engagieren sich 15 jüdische Ehrenamtliche aus vier Berliner Bezirken bei „Shalom Rollberg“.

Kontakt:

Yonatan Weizman  

030 68 08 61 10

shalom-rollberg@morus14.de

www.shalom-rollberg.de

 

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Shalom Rollberg ist Landessieger und 3. Bundessieger beim Deutschen Nachbarschaftspreis 2019 !

Hören Sie hier das Interview von Projektleiter Yonatan Weizman bei rbb 88,8 am 25.10.2019

00:00 / 02:47

Stand: November 2019

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