Shalom Rollberg
Für ein friedliches Miteinander im Kiez
„Shalom Rollberg“ ist ein Begegnungsprogramm von MORUS 14, mit dem wir uns seit 2013 im Rollbergkiez in Berlin-Neukölln engagieren. Im Mittelpunkt steht die Verbindung zwischen jüdischen Freiwilligen – viele von ihnen aus Israel zugezogen – und Kindern, Jugendlichen und Familien aus dem Kiez, die mehrheitlich muslimische oder arabische Wurzeln haben. Gemeinsam lernen, spielen und entdecken sie Berlin – und schaffen dabei persönliche Beziehungen, die über das Programm hinaus Bestand haben.
Ein Kiez mit Potenzial – und mit Spannungsfeldern
Der Rollbergkiez ist ein lebendiges, vielfältiges Viertel. Gleichzeitig ist er geprägt von sozialer Verdichtung, begrenzten Ressourcen und dem Nebeneinander von Menschen sehr unterschiedlicher Herkunft und Lebenswelten. In diesem Umfeld treffen verschiedene Erfahrungen aufeinander: Kinder und Jugendliche aus dem Kiez erleben häufig, dass ihre Perspektiven – etwa ihre Empathie für
Zivilbevölkerungen in Konfliktzonen oder ihre persönliche Betroffenheit durch familiäre Bezüge zum Nahen Osten – nicht gehört oder pauschal als problematisch eingestuft werden.
Zugleich erleben jüdische Bewohner:innen Neuköllns – darunter viele, die als Teil der wachsenden israelischen Community nach Berlin gezogen sind – zunehmend Unsicherheit darüber, wie offen ihnen ihre Nachbar:innen begegnen. Hinzu kommt, dass viele Kinder im Kiez bislang kaum Gelegenheit hatten, Jüdinnen und Juden persönlich kennenzulernen oder sich ein eigenes Bild vom jüdischen Leben in Berlin zu machen. Aus diesen verschiedenen Ausgangslagen entstand die Idee von „Shalom Rollberg“: Begegnung statt Distanz, Kennenlernen statt Vorurteil.
Unser Ansatz: Begegnung im Alltag
Wir glauben an die Kraft persönlicher Beziehungen. Deshalb setzen wir nicht auf abstrakte Vermittlung, sondern auf gemeinsame Erfahrungen. Alle Angebote von „Shalom Rollberg“ sind niedrigschwellig, freiwillig und beruhen auf dem Prinzip der gelebten Vielfalt: Nicht der Konflikt steht im Vordergrund, sondern das gemeinsame Tun. Ein zentrales Format ist das Mentoring: Jüdische Freiwillige treffen sich wöchentlich mit einem Kind aus dem Kiez – für Hausaufgaben, Fußball, ein Brettspiel oder einfach ein Gespräch. Andere Freiwillige bringen ihre Stärken in Sport-, Kunst- oder Sprachkursen ein oder begleiten Ausflüge in die Stadt.
Ergänzend arbeiten wir an schulischen Bildungsformaten: Als Partner der örtlichen Regenbogen- Grundschule im Rahmen des Projekts PRiiL (Projekt zum interreligiösen und interkulturellen Lernen) sowie als Gesprächspartner für andere Schulen tragen wir dazu bei, aktuelles jüdisches Leben in Berlin sichtbar zu machen – jenseits von Klischees und historischen Einschränkungen.
Ein Programm, das wächst
„Shalom Rollberg“ ist kein starres Projekt, sondern ein lebendiges Programm, das sich mit dem Kiez und seinen Menschen weiterentwickelt. Neue Angebote entstehen, wenn Freiwillige neue Ideen einbringen oder wenn Bedarfe im Viertel deutlich werden. Was bleibt, ist der Kern: Menschen zusammenbringen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären – und ihnen Raum geben, mehr Gemeinsames als Trennendes zu entdecken.
Pädagogische Leitung
Lorie Quint
030 6808 6114
shalom-rollberg(at)morus14.de
Aktuelle Kurse
Interreligiöse Workshops an der Jenaplanschule
Weiterbildungen für Lehrkräfte, Sozialarbeiter:innen u.ä.
„Cookies and Conversation“ (Englischgruppe): montags 16:00 Uhr
„Briefwechsel – von Kiez zu Kiez“
Basketball: dienstags 17:00 Uhr
„PRiiL – Projekt der Regenbogenschule zum interreligiösen und interkulturellen Lernen“
Soziales Mentoring im Rahmen von „MOMento“
Auszeichnungen für Shalom Rollberg
Förderer
Seit 2022













